Schülerparlament:

Miteinander stark sein


 

„Sage es mir, und ich werde es vergessen.
Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern.
Beteilige mich, und ich werde es verstehen.“
 
 
Dieses Zitat von Laotse hat sich die Bismarckschule bei der Einführung des Schülerparlaments zum Vorbild genommen.

Für die Persönlichlichkeitsentwicklung in der Gemeinschaft

Die Bismarckschule hat sich zum Ziel gesetzt, eine demokratische Grundschule zu werden, d.h. es steht nicht nur die reine Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern auch eine umfassende Bildung der Persönlichkeit. Die Schule lässt somit vielschichtige Lehr- und Lernprozesse zu und bindet die Schülerinnen und Schüler aktiv in den Bildungsprozess mit ein , durch  vielfältige Mitgestaltungs- und Mitsprachemöglichkeiten. Durch solche Gelegenheiten wird den Schülerinnen und Schülern Zeit und Raum für ein demokratisches Miteinander gegeben und die Schüler erfahren Verantwortung, Selbst- und Mitbestimmung  und die Werteerziehung rückt weiter in den Vordergrund. Ein besonders wichtiges Merkmal ist, dass die Bismarckschule Demokratie für die Schülerinnen und Schüler erfahrbar macht. Wenn Demokratie nur vermittelt und eingeübt wird, aber nicht selbst erfahren werden kann, kann die Demokratie nicht von den Schülerinnen und Schülern gelebt werden. Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer sind in einer demokratischen Schule Partner und tauschen sich über ihre Probleme, Ideen und Wünsche zur Umgestaltung des Schullebens aus. Da diese Wünsche oft sehr vielfältig und vor allem gegensätzlich sind, beginnt ein Aushandlungsprozess, in dem viele Kompetenzen eingeübt und genutzt werden können.
 
Ziel ist es somit, eine demokratische-partizipative Lern- und Lebenskultur aufzubauen, in der sich alle Beteiligten (Schüler, Lehrer, Eltern) anerkannt und eingebunden und ernst genommen fühlen. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung demokratischer- partizipativer Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler.
 
Das regelmäßig stattfindenden Schülerparlament läuft an der Bismarckschule nach einer festen Struktur ab, um den Schülerinnen und Schülern eine Orientierung zu geben. Teilnehmer sind die von ihren Klassen gewählten  Klassensprecher und Vertreter und eine festgelegte Lehrkraft.  Aus diesem Kreis der abgesandten Schüler werden jährlich ein Vorsitzender und ein Vertreter gewählt, der der Ansprechpartner für das gesamte Parlament, aller Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Eltern ist.
 
Vor jeder Sitzung sammeln die Klassensprecher in ihren Klassen Anliegen, die in den Sitzungen besprochen werden sollen. Ein Forum bietet hierfür der in vielen Klassen schon vorhandene Klassenrat. Die Klassensprecher tragen die Anliegen der jeweiligen Klassen vor und diese können dann in die Tagesordnung einer Sitzung übernommen werden. Daraufhin werden die Anliegen der Klassen diskutiert und es wird abgestimmt. Die Beschlüsse, die nach dem Mehrheitsprinzip entstehen, werden in einem Protokoll festgehalten, das dann auch allen Klassen und den Gruppen der OGS zugänglich gemacht wird. Das Schülerparlament der Bismarckschule hat bisher beispielsweise viele Punkte beschlossen, die den Schulalltag organisieren und regeln. Es wurde z.B. darüber abgestimmt, wie das Fußballfeld genutzt wird und wo die Kickboards untergebracht werden. Außerdem wurden Rutschhelfer eingeführt, die den Ablauf an der Rutsche überwachen.
 
vgl. Eickel, Angelika und de Haan, Gerhard: Demokratische Partizipation in der Schule. Schwalbach 2007. S. 12.
vgl. von der Gathen, Jan: Die partizipative Schule. In: Grundschule. Westermann. 1/2002. S. 30
vgl. Gläser, Eva: Erfahren oder Einüben. In: Grundschule. Westermann. 4/2000. S. 40- 42.
vgl. Prote, Ingrid: Dimensionen politischen Lernens. In: Grundschule. Westermann. 4/2000.S. 36- 37.

 

Klassenrat

In der heutigen Zeit wachsen Kinder vielfach unter veränderten Lebensbedingungen auf. Die Familienstrukturen haben sich in den letzten Jahren bei vielen in der Art verändert, dass ein großer Teil der Eltern ihre Erziehungsaufgaben an andere Personen, wie z.B. den Lehrern weitergegeben haben. Soziale Verantwortung untereinander wird häufig nicht mehr zu Hause vermittelt. Die Erwartungshaltung an die Schule ist groß. Das Erlernen eines guten Sozialverhaltens muss inzwischen vermehrt von der Schule bzw. den Lehrern vermittelt werden.
 
Schon Kinder des ersten Schuljahres kommen immer wieder mit Problemen aus der Klasse zum Lehrer, wodurch oft der soziale Konflikt zu einer Lernsituation wird. Die Kinder können dem Unterricht nicht vor einer Klärung des Problems folgen. Ihre Gedanken sind beim Streit. Der Lehrer muss das Problem sofort lösen. Der Unterricht wird für diese Zeit unterbrochen.
 
Aus diesem Bedarf heraus haben wir im Unterricht den Klassenrat eingeführt. Ziel des Klassenrates ist eine Verbesserung des sozialen Verhaltens und somit des Arbeitsklimas. Den Kindern soll eine Hilfe gegeben werden, wie man hinterfragt, was den Klassenkameraden dazu veranlasst hat, den anderen so zu behandeln.
 
Die Anforderungen des Klassenrates an die Kinder stellen die wichtigsten Bildungs- und Erziehungsziele aller Grundschullehrpläne dar und sollten vom ersten Schultag an konsequent gefördert werden. Er greift den Bildungsauftrag der Grundschule konzentriert auf und vertieft ihn im lebendig erfahrenen Zusammenhang mit konkreten sozialen Situationen, welche die Kinder betreffen. Er kommt dem Bedürfnis der Kinder, nämlich Konflikte im Schulalltag im Gespräch abzubauen, nach.